OUR SURVIVAL DEPENDS ON US
„Jumping once too often into the ocean that had always been our inspiration“
(µ.org records)

Die eigene Band als Durchhalteparole für den eigenen Alltag und Quelle neuer Kraft, oder wie sonst soll man OUR SURVIVAL DEPENDS ON US verstehen? Interpretiere ich den Bandnamen und die musikalische Ausrichtung in ihrem Zusammenspiel richtig, lassen die hier involvierten Musiker all ihre Verzweiflung, Ängste, Wut, Ohnmacht usw. in die melancholisch-nihilistischen Arrangements einfließen, um im Ergebnis gestärkt aus der kreativen Tätigkeit hervor zu gehen. Bezieht man jedoch den Albumtitel “Jumping Once Too Often Into The Ocean That Had Always Been Our Inspiration“ in die Betrachtungen mit ein, sieht es für die Salzburger Musiker doch nicht mehr so positiv aus und eines ist klar – der musikalische Slow Motion-Nihilismus zeiht Kraft und Lebensenergie ohne Ende. Musik für Frohnaturen bieten OSDOU nicht an, doch bereits das Cover mit dem verwesten Vogelkadaver lässt nichts anderes erwarten. Düstere Intensiv-Klänge, die ab und an etwas schneller und metallischer werden gibt es hier zu hören. “Jumping Once Too Often…“ gestaltet sich direkt und kratzig, in jedem Fall sehr wirkungsstark. Dichte Soundwände und eine überaus bedrohliche Atmosphäre prägen das Geschehen und der ernüchterte Schreigesang erklingt auf zumeist zurückgenommener Instrumentierung. Die Songs entwickeln sich bedächtig, jedoch stets breit und zielstrebig. OUR SURVIVAL DEPENDS ON US sind noch am ehestens als Mischung aus ganz zähem Doom-Metal und Intensiv-Klängen, wie man sich von Neurosis, The Ocean und früheren Isis her kennt, zu beschreiben, doch diese Referenzen sind lediglich als Orientierung zu verstehen, die Österreicher haben hier einen ganz eigenen Klangkosmus geschaffen und der ist nichts für Frohnaturen.

11/15 Punkte
Arne Kupetz
Legacy, 02/2005 / sound-scan.de

Back to Reviews